Oralchirurgie, was ist das eigentlich?
Ein Oralchirurg oder eine Oralchirurgin hat sich auf einen Teilbereich der Zahnmedizin spezialisiert, auf die zahnärztliche Chirurgie. „Fachzahnarzt/Fachzahnärztin für Oralchirurgie“ dürfen sich ausschließlich Zahnärzte nennen, die nach ihrer Approbation (Zulassung) eine, je nach Bundesland, 3-4jährige Weiterbildungszeit erfolgreich abgeschlossen haben.
Mit der Spezialisierung auf den chirurgischen Teil einer Behandlung arbeitet die Oralchirurgie fast immer eng mit Kollegen und Kolleginnen aus der Kieferorthopädie, Dermatologie, Hals-Nasen-Ohrenkunde oder Prothetik zusammen. Bei schweren allgemeinen Erkrankungen kommen auch andere Fachbereiche hinzu, wie die Kardiologie oder Onkologie. So macht zum Beispiel eine Tumorbehandlung durch Strahlentherapie im Kopfbereich eine vorangehende Herdabklärung erforderlich. Diese ist auch ideal vor dem Einsatz von Bisphosphonaten.
Oralchirurgische Eingriffe können meist ambulant durchgeführt werden, in Lokalanästhesie, im Dämmerschlaf oder unter Vollnarkose. Allgemeinerkrankungen und andere Umstände können aber eine stationäre Aufnahme erfordern. Dann werden Patienten im Regelfall in eine Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie überwiesen.
Das Leistungsspektrum der Oralchirurgen Düsseldorf stellen wir Ihnen auf dieser Seite ausführlich vor.
Zu folgenden Leistungen finden Sie bei uns ausführliche Informationen:
Entfernung überzähliger Zähne (wie Mesiodens)
Überzählige Zähne kommen nur sehr selten vor. Zumeist erblich bedingt, entwickeln sie nur 1-3% der Europäer. Meistens bildet sich dann ein überzähliger Schneidezahn in der Oberkiefermitte (Mesiodens), aber auch zusätzliche Vorbackenzähne und zusätzliche Weisheitszähne können vorkommen. Ist ein zusätzlicher Schneidezahn angelegt, werden durch den Platzmangel häufig die bleibenden Zähne am Durchbruch behindert. Es ist möglich, dass er gar nicht durchbricht oder dass der reguläre Zahn seine Achse verändert und in einer Fehlstellung mündet. In diesen Fällen können wir mit einer Knochen und Gewebe schonenden Operation den überzähligen Zahn entfernen, um den Zahndurchbruch der regelhaften Zähne zu gewährleisten. Da die Entfernung überzähliger Zähne überwiegend im Kindesalter (6-7 Jahre) ansteht, wird der chirurgische Eingriff im Regelfall im Dämmerschlaf durchgeführt.
Freilegung retinierter Zähne
Bei jungen Patientinnen und Patienten, bei denen der Kiefer noch nicht ausgewachsen ist, können Zähne im Ober- oder Unterkiefer steckenbleiben und die Kauebene nicht erreichen. Diese Zähne nennt man retinierte Zähne. Das betrifft meistens die Weisheitszähne, nicht selten aber auch die Eckzähne und vorderen Backenzähne (Prämolaren). Während die Weisheitszähne in den meisten Fällen entfernt werden sollten, kann es durch das Fehlen von Eck- oder Backenzähnen zu Störungen im Gebissschluss (Okklusion) oder ästhetisch störenden Lücken kommen. Aus diesem Grunde sollten retinierte und verlagerte Eckzähne oder Prämolaren im Jugendalter freigelegt und kieferorthopädisch eingestellt, d.h. in eine andere Position bewegt werden, wo sie sich in das gesunde Gebiss einreihen können. Übrigens kann das lange Fortbestehen von Milchzähnen an dieser Stelle ein früher Hinweis für retinierte oder verlagerte Zähne sein. In jedem Fall erfordert die Behandlung retinierter Zähne eine enge Zusammenarbeit mit Ihrem Kieferorthopäden, die unser Team der Oralchirurgie immer gewährleistet.
Insertion von Miniimplantaten
Die bei der Korrektur von Zahnfehlstellungen zum Einsatz kommenden Miniimplantate sind kleine Stifte mit einem Durchmesser von 2mm, die überwiegend oder ganz aus Titan bestehen. Sie werden gewebeschonend im Kieferknochen eingesetzt, um Drahtelemente oder Gummis der kieferorthopädischen Apparatur verankern zu können. Miniimplantate finden Verwendung, wenn mit einer kieferorthopädischen Behandlung einzelne Zähne oder Zahngruppen gezielt bewegt werden sollen. Als stabile, skelettale Verankerung sorgen sie dafür, dass die Krafteinwirkung für die geplanten Zahnbewegungen in die richtigen Bahnen gelenkt wird. Der Einsatz von Miniimplantaten ist eine wirksame und nahezu unsichtbare Lösung, die bei örtlicher Betäubung in einem kleinen Eingriff erfolgt und das direkte Einsetzen des kieferorthopädischen Geräts im Anschluss ermöglicht.
Durch den Einsatz von Miniimplantaten kann auf unbeliebte sichtbare Außenspangen, wie der Headgear, verzichtet werden.
Von großem Vorteil ist auch, dass durch dieses minimal-invasive Verfahren die kieferorthopädische Behandlungszeit stark verkürzt werden kann.
Nach Abschluss der Korrekturmaßnahmen werden die Implantate problemlos wieder entfernt. Hierzu bedarf es meist noch nicht mal einer Lokalanästhesie.











